594 Staatsgeschichte von einem
Da ihm dieser Republikaner eine aufrichtige Correspon-denz versprochen hatte, so wagte ers, seinen VorschlaAge-rade an den Prinzen, durch den mastrichcischcn Pensiona-rius, welchen er bey dem Fagel harte handeln lassen, ge-langen zu lassen. Der Prinz gab keine Antwort darauf.Aber man konnte gar bald einsehen, das; er sich nicht mehrunterstünde, die Unterhandlung öffentlich zu bintertrei-ben. Die Versammlung der Generalstaaten /worinnener das meiste zu sagen harre, erzürnte sich über die Lang-samkeit der Alliirten, nach Nimwegen zu schicken oder inUnterhandlung daselbst zu tretten; und sie meldete ihnen,daß sie ihre Hülfsgelder zurückbehalten würde, wenn sienicht ernstlich zum Frieden thun würden. Diese Erklä-rung machte, daß die Vorschlage aller im Kriege begrif-fenen Partheyen zum Vorschein kamen/). Man hätte sa-gen mögen , daß sie eine neue Kriegserklärung gewesen,in Ansehung der übermäßigen Anforderungen, die einejedwede vorbrachte. Der Kaiser begehrte die Länder, dieihm der münsterische Friede abgenommen hatte, und ver-langte seine Kriegskosten. Die Reichsfürsten fordertenEntschädigungen und Genugthuungen. Spanien wollte,Ludwig der XIV müßte auf den Fuß des pyrenaischen Frie-dens gesetzt werden. Die Republik begnügte sich mirMaftricht und dem Lande jenseits der Maas, welches siewieder haben wollte. Alle machten die Wiedereinsetzungdes Herzogs von Lothringen in seine Länder zu einer vor-läufigen Bedingung.
Der Prinz von Ocanien, der sich schon seit langer Zeit-dem Rath des Ritters Temple, in Ansehung der engli-schen Geschäffte, überlassen hatte, hatte den Entschluß ge-faßt, die Prinzeßinn Maria, älteste Tochter des Herzogsvon Pork, zur Gemahlinn zu begehren. Er muste seineAvueigung gegen den Frieden verbergen, weil es unmög-lich war, denselben mit gutem Erfolg zu hintertreiben,woferne er nicht den Staaten neue Quellen zur Fortse-tzung
Im Hornung, 1677.