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Staatsgeschichte von einem Jahrhundert : worinnen sich, nach ihrer Ordnung und verschiedenen Verhältnissen, das Interesse, die Absichten, und das Verhalten der vornehmsten Mächte von Europa seit dem westphälischen Frieden 1643, bis nach dem geschlossenen aachener Frieden im Jahr 1748 angezeiget finden / [Jean Henri Maubert de Gouvest] ; aus dem Französischen mit fleissiger Prüfung übersetzt [v. Johann Gottfried Bernhold]
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Jahrhundert, XVII. Tapitel. «57

die Niederlande vorzunehmen r), ließ er Briefe von denassociirten Prinzen herumgehen , welche versprachen, daßsie nach der Werbung der sechszehen tausend Mann, mitzahlreichen Armeen über Frankreich herfallen wollten»

Endlich, da die Trencheen vor Luxemburg eröffnetwaren , so setzte Ludwig den 20 May als den letzten Ter-knin an, welchen er Spanien, den Vergleich anzunehmen/und den Staaren / denselben zu verschaffen, zugestünde.Er drohete, die erste Feindseligkeit der Truppen der Re-publik durch Arretirung aller Schiffe ihrer Unterthanen,welche sich in den französischen Seehafen finden würden,zu rächen. Die Associirten, welche durch die sächsischeckFürsten, den Landgrafen von Hessen, den schwäbischenund niederrheinischen Craiß verstärket worden, thaten da-mals grosse Versprechungen, welche eben so wenig Ein-druck machecen, als die Magen und Drohungen von Sei-ten Spaniens <r). Der Fürst von Waldeck/ der mitvier bis fünf tausend Mann von den associirten Truppenvor Wetzlar lag, schrieb, daß er an der Spitze einer Ar-mee von dreyßig tausend Mann stünde, und die Bevoll-mächtigten gaben ihm gar ein Commando über fünfzigtausend. Der Marquis von Louvois that ihnen guteDienste nach ihrem Wunsch, als Er dem Grafen vonAvaux den ausdrücklichen Befehl geben ließ, auf dem ein-mal gegebnen Worte zu beharren, daß Man nach dem 2<sMay gar keinen Vorschlag mehr anhören würde. Die-ser Eifer, wodurch der französische Minister weiter nichtssuchte, als sich gegen einen Vorwurf sicher zu setzen, nNFall der Krieg angienge, machte die Meinung, welcheder Statthalter zu haben schiene, wahrscheinlich, nein-'lich, daß Ludwig der XIV nicht so sehr gedrohet Habeckwürde, wenn er wahrhaftig den Vorsatz gehabt hätte, zu-'zuschlagen. Und wirklich stellte sich der König von Engel-

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«) ivlem. ck ävsux, DMj P. 14. Eben derselbe,

S. t2O.

Erster Theil« T l