L 58 Staatsgeschichte von einem
land bey den Staaten zum Gewährsmann, daß nach derEinnahme von Luremburg die französischen Armeen weiternichts mehr unternehmen würden; und Ludwig der XIVschiene dieser Gewährleistung nachzugeben, indem er seineArmee aus einander gehen ließ, nachdem er dem Grafenvon Avaur den Befehl zugeschickt batte, den so gar ei-gentlich veftgesehten Termin noch auf zwölf Tage zu ver-längern / und von dem Tage der Eroberung dieses Pla-tzes , welcher sich erst den 4 Junius ergab/ an zu datiren.
Unterdessen wüste der Grafvon Avaur diese Verän-derlichkeit so wohl zu beschönigen / und die Republikanermit dem Termin vom 20 May zu erschrecken/ daß dieStaaten von Holland noch denselbigen Tag die Neutrali-tät der Truppen / die der Statthalter in die Niederlandehatte einrücken lassen / beschlossen / und die Generalftaa-ten den Tag darauf dieses teeret billigten und beftättig-ten. Wilhelm wollte von dieser Art der Beschimpfungkein Zeuge seyn. Seine Staatsklugheit waffnete sichmit seinem Verdruß / und er verreißte gleich den 15 nachBrüssel / wo er sich dem Gouverneur zeigte / um die Ar-mee der Associirten zu commandiren / und ihm bewies,daß er gewohnt sey / sein Wort zu halten. Der Grafvon Avaup/ der von seiner Seite eine neue Schlachtvon St. Denys befürchtete/ kam den Folgen einer Un-ternehmung von dieser Art / wenn er dergleichen wagenwürd«/ vor/ indem er ihm eine vollkommene Misbilligungderselben zubereitete. Auf sein Ansuchen huben die Pro-vinzen von Friesland und Groningen den Schluß desStaatsraths auf / welcher ihnen das Recht / ihre Trup-pen zurücke zu beruffen/ streitig machte / und schickten ih-ren Officiers die Ordre zu / zurücke zu kommen / beyStrafe der Abdankung und Landesverweisung. DieAmsterdamer / welche ihr Versprechen eben so treulichhiel-ten / brachen los / so bald sie sahen / daß Wilhelm die Ab-schliessung des Traktats durch seinen Eigensinn/ den Kö-nig von Dänemark / die Herzoge von Lothringen / und