666 Staatsgefchichte von einem
Der Statthalter, welcher von den Ministern un-terstützt worden, trug kein Bedenken, den Miövergnüg-ten Muth zuzusprechen, indem er durch den Hof den An-hängern des Parlements und denen von der englischen Kir-che die Beschwehrden verschaffen lies;, welchen sie durchdie Ausschließungsbill hatten zuvorkommen wollen. DerGraf von Sunderland durfte wirklich nur den frommenJacob seiner Neigung überlassen, um ihn um die Gunstdes größten Theils seiner Unterthanen zu bringen. Die-ser Graf, welcher sich unter dreyen Königen von ganz ent-gegengesetzter Eigenschaft und Charakter in dem Minifte-rio zu erhalten gewust, scheinet damals Wilhelmen ver-sprochen zu haben, ihm seinen Schwiegervater in einen sol-chen Zustand zu liefern,worinnen ihn seinEhrgeitz zusehenwünschte. Da er bey der Königinn in solchem Creditstunde, daß er sie in dem heftigsten Anfall der Schwär-merey wieder zur Mäßigung bringen konnte, so hätte erohne Zweifel das Vertrauen, welches sie den Jesuitenschenkte, untergraben und ihr ihren Rath wirklich verdäch-tig machen können. Da er so viele Gewalt über denKönig hatte, daß er ihn in der Gefahr verblenden konn-te , do doch der geringste seiner Unterthanen hätte merkenkönnen, daß ihm dieselbe drohe, und daß er ihm eine voll-kommene Sicherheit selbst an dem Rande des Abgrundes,wohin er ihn geführt, beybringen konnte; so hätte er ge-wiß auch mit gutem Erfolg seine Neigung zu einer unum-schränkten Regierung bestreiten, und diesen furchtsamenPrinzen, durch Vorstellung der Folgen von seiner Ver-achtung der Gesetze, schrecken können. Man sahe aberim Gegentheil, daß er ihn durch seine Gefälligkeit zu neu-en unrechtmäßigen Anmaßungen aufmunterte, bis daß erdie Gährung zu ihrer völligen Reife gebracht, und be-fürchten muste, daß die Gewaltthätigkeit, mit welcher erdie Gemüther aufgewiegelt, nicht mehr fähig und vermö-gend sey, den Aufstand durch Unterdrückung der Aufge-wiegelten zu dämpfen. Man sahe, daß er den Bekeh-rungSeifer der Königinn nährete, die Jesuiten bey ihr
beschu-