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Staatsgeschichte von einem Jahrhundert : worinnen sich, nach ihrer Ordnung und verschiedenen Verhältnissen, das Interesse, die Absichten, und das Verhalten der vornehmsten Mächte von Europa seit dem westphälischen Frieden 1643, bis nach dem geschlossenen aachener Frieden im Jahr 1748 angezeiget finden / [Jean Henri Maubert de Gouvest] ; aus dem Französischen mit fleissiger Prüfung übersetzt [v. Johann Gottfried Bernhold]
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Jahrhundert, xvm. Capitel. 679

cke naher dadurch brachten, und eine jedwede Art derVorsicht und Verwahrungsmittel, welche sie Vortheilhaftgebrauchen könnten, um ihn davon zu entfernen. ZweyJahre vorher mahlte er in seinen Briefen die ganze Aus-führung der Regimentsveränderung ab, ehe die Zusam-menverschwörer selbst noch wüsten, wohin ihre Vorberei-tungen abzielten; und der französische Staatsrath versagteihm mit äusserster Hartnäckigkeit bis auf den Augenblick,da Wilhelm zu Schiffe gieng, den Beyfall, daß dieserPrinz seinem Schwiegervater etwas anhaben wollte o).Dieses ist aber das erstaunlichste, daß, wenn die Erbendes Grafen von Avaux nicht seine Nachrichten öffentlichherausgegeben hätten, wir noch Bedenken tragen würden,jhin die Ehre von der Entdeckung dieses Anschlags zuzu-erkennen. Einige, die zu gleicher Zeit mit ihm gelebt ha-ben und der Sachen wohl kundig waren, gestehen ihmhöchstens so viel zu, daß er darüber mit dem AbgesandtenJacobs zu Paris disputiret habe.

Ausser der Feindschaft des Louvois, hat auch dieNachahmung und Eifersucht des Marquis «von Seigne-lay, eines Sohnes des Colbert, und Minister im See-wesen, dem Könige Ludwig das Ohr vor den Nachrichtenund gegebenem Rath seines Gesandten verstopfet. Warder erstere, welcher einen Krieg zu Lande wollte, und wel-cher darauf rechnete, daß die englischen Unruhen die Füh-rung desselben prächtiger und leichter machen würden, froh,daß er vor dem Könige verbergen konnte, wie Vortheilhaftes für ihn sey, die Unternehmung Wilhelms zu hindern:so hat der andere, der nach einem Kriege zur See gestuftzet, aufs heftigste gewünscht, daß Holland Wilhelmenunterstützen , und mithin die Ehre, den König Jacob zubeschützen, Ludwig den XIV in Gefahr setzen würde, mitdieser Seemacht in Streit zu gerathen; und es scheinet,

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Macht seiner Majestät viel zu gut kenne, als vaß ersich unterstehe» sollte, einen Prinzen, ver stin Allijr-rer wäre, anzufallen. lVlsm, ci'^vaux, I -Vl- ? so.