678 Staatsgeschichte von einem
Anverwandten wieder ausgesöhnet. Kurz, Wilhelm war,ein Jahr nach dem Stillstände, so weit gekommen, daßer sich unterstünde, öffentlich zu behaupten, daß alle Vor-rechte , welche Nicht in den Urkunden der Städte und derProvinzen ausdrücklich vorbehalten worden wären, ihmzugehöreten.
Die Verfolgung der Hugenotten und der Bruch derCommerzientraktate schnitten Ludwig dem XIV alle Hoff-nung ab, die Provinzen wieder zur Alltanz mit ihm be-wegen zu können. Der Haß des Louvois gegen den Gra-fen von Avaux benahm diesem geschickten Gesandten dieMittel, heimliche Streiche und Verbindungen zu veran-stalten , indem er ihm die Geldsummen beschnitte, welchebis daher seiner Gesandschast zu heimlichen Ausgaben zu-gestanden gewesen waren. Selbst die ITachrichten, dieer geben konnte, hatten keine Folge, angesehen das Vor-urteil, welches der Marquis und seine Mitgenossen demKönige Ludwig dem XIV beygebracht hatten, als wenndieser Minister die Bekehrung der Hugenotten misbilligteund den Eifer seiner Majestät, durch die Furcht, welcheallein das Verlangen, sich beträchtlich und unentbehrlichzu machen, eingäbe, einschränken wollte. Der Grafvon Avaux war eine Cassandra, welche allezeit die Wahr-heit sagte, aber niemals Glauben fand. Schon im Mo-nat Februarius des 1686 Jahrs berichtete er das Vorha-ben Wilhelms auf Engelland, und die Bestimmung derKriegsrüstung, welche er anfieng, ein; er sandte dieBeweise davon ein; er erwies die Wahrheit und Richtig-keit der Sache, durch die gründlichstell Schlüsse. Zweyganzer Jahre lang bemerkte er mit unglaublicher Aufmerk-samkeit und durchdringender Einsicht einen jeden Schritt,wodurch sich Wilhelm seinem Ziele näherte, einen jeden- Fehler Ludwigs und Jacobs, die ihn selbst zu seinem Zwe-cke
«) Ludwig schrieb an den Grafen von Avaux, den rr Au-gust, 1687, daß Wilhelm die weit ausgebreitete
Macht