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Staatsgeschichte von einem Jahrhundert : worinnen sich, nach ihrer Ordnung und verschiedenen Verhältnissen, das Interesse, die Absichten, und das Verhalten der vornehmsten Mächte von Europa seit dem westphälischen Frieden 1643, bis nach dem geschlossenen aachener Frieden im Jahr 1748 angezeiget finden / [Jean Henri Maubert de Gouvest] ; aus dem Französischen mit fleissiger Prüfung übersetzt [v. Johann Gottfried Bernhold]
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Jahrhundert/ X VIII. Capitel. 68 r

Frankreich und Engelland hatte, immer die besten Nach-rtcyten bekam, so rechnete er eben so gewiß auf die Feh-ler seiner Widersacher, als auf seine eigene Maasregeln;und durch seine genaue Richtigkeit tue einen mit den an-dern zu verbinden, schrieb er sich die Ehre von allen zu.Der französische Staarsrath bildete sich ein, dem Ver-druß Ludwigs gegen den Prinzen ungestraft schmeicheln zukönnen, wenn er auf seinen Gütern und vor allen in sei-nem Fürstenthum übel hausete. Der geschickte Wilhelmmachte sich andächtiger Weise ein Verdienst bey den Pro-testanten aus demjenigen, was er um der Religion willenlitte: und damit hatte er die Herzen gewonnen. Derfranzösische Staatsrath glaubte, seinen König fürchter-lich zu machen, wenn er die Edikte wider die holländischenKaufmannswaaren durch Arretirung derselben unterstüh-te. Der Statthalter erhob das Aufsehen über diese Ge-waltthätigkeit , verwies den Amsterdamern die besondereBehutsamkeit, wodurch sie die Verbesserung ihrer Hand-lung zu erkaufen glaubten, und beschämte sie wegen einerlängern Ergebenbeit gegen Ludwig den XIV. Da deralte Churfürst von Cölln sich, ohne daß man weiß, warumentschlossen, den Staaten eine'Allian^ zur Handhabungdes Stillstandes vorzuschlagen ^), zeigte es der Graf vonAvaux an seinem Hofe an, als eine Erwartung einer all-gemeinen Verbindung: er wurde aber damit nicht gehört.Wilhelm stellte unverzüglich dieses Exempel den alten Mit-gliedern der Association vor, und er hatte keine Ruhe, bisder König von Schweden und der Churfürst von Bran-denburg darzu kamen, einen bessern Grund an dessenStelle zu sehen, welchen Fürstenberg von dem Erzbischofeziehen ließ. Da er wüste, daß Louvois dem Grafen vonAvaux verbieten ließ, die Spaltungen in den Provinzennoch ärger zu machen, da indessen die Republikaner, die

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sehr kränken würde. So redet die Marquise vonMaintenon mit ihrer Vertrauten, im Brref an dieFrau von St. Geran. In der Sammlung des Herrnde la Baumelle. -) im Junius 1684.