6gr SLaatSgeschichte von einem
nicht langer Widerstand thun konnten, bey Ludwigen an-hielten , ihnen mit seinen Waffen zu helfen, so setzte erdieser in den Zügen liegenden Faktion mit allein nur er-sinnlichen Trotze zu. Die Gewißheit des Unvermögens,worinnen sie war, überhob ihn der Beobachtung der Ge-setze und der Gerechtigkeit; er demüthigte die Stadt Dortso sehr, daß er auch ihren Deputieren mit seinen Bedien-ten speisen ließ; er beantwortete die schmeichlerischen Höf-lichkeiten , womit der Rath von Amsterdam ihm zuvorkam, mit einer Beschimpfting ; er gieng mit der Pro-vinz und Stadt Utrecht wie ein unumschränkter Herr um,indem er ihren Rath und Magistratspersonev nach seinemGefallen, und ungeachtet der Gegenvorstellungen undKlagen, änderte; er machte sich auf eine gewissere Art zumHerrn von der Republik, als es Ludwig in seinem König-reiche war; und die Fehler des Monarchen zeigten ihman, wie er darinnen verfahren müsse.
Während dessen, daß Ludwig alle Protestanten auf-brachte durch eine grausame Verfolgung solcher Untertha-nen , für welche die Treue der Traktaten zum wenigsteneine Nachsicht von ihm forderte, verdoppelte Wilhelmseine Achtung gegen die Catholiken, welche in den siebenProvinzen nichts als eine blosse Toleranz für sich haben,und band seinen Anhängem in Engelland ein, daß sie dieSache der Catholiken von der Sache ihres Hauptes un-terscheiden und sich wohl hüten sollten, ihnen eine Furchtvor der Unterdrückung beyzubringen. So sehr er ge-wünscht hatte, in der Zeit, da der französische Staatsrathalle Vortheile der Staatskunst auf seiner Seite gehabtzu haben schiene, einen Religionskrieg zu erregen, so sehrvermied er damals, eine Triebfeder zu gebrauchen, wel-che allein« stärker, als alle andere, gewesen, und fähig,allen denen, deren er sich bemächtigt hatte, an Klug-heit und Weisheit die Wage zu halten. Indessen, daßLudwig, der beständig Mishelligkeiten hatte, dem römi-schen Hofe Verdruß machte, der ottomannischen Pforte
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