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Staatsgeschichte von einem Jahrhundert : worinnen sich, nach ihrer Ordnung und verschiedenen Verhältnissen, das Interesse, die Absichten, und das Verhalten der vornehmsten Mächte von Europa seit dem westphälischen Frieden 1643, bis nach dem geschlossenen aachener Frieden im Jahr 1748 angezeiget finden / [Jean Henri Maubert de Gouvest] ; aus dem Französischen mit fleissiger Prüfung übersetzt [v. Johann Gottfried Bernhold]
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Jahrhundert, XVIII. Capitel. 68z

schmeichelte, und sich auf die Verbindungen, in welchender Churfürst von Brandenburg mit ihm stunde, ver-ließ: so erweckte Wilhelm den Unwillen und dieEhrbe-gierde des Kaisers, verdiente die Hochachtung und Er-kenntlichkeit des Pabstes, erhitzte den Eifer des Churfür-sten , und vereinigte alle Reichsfürsten wieder unter sich.Jacob richtete Magazine auf, und häufete Truppen inseinem Reiche, um sein Volk dienstbar zu machen. SeinEidam nöthigte ihn, seinen Zweck zu entdecken, und folg-lich sich selbst zu rumsten, oder ruhig zu leiden, daß erdie Vorbereitungen zu seiner Absetzung mache. Er mach-te diese Zurustung des Königes von Engelland bey venStaaten verdächtig, und ließ sich die Gewalt geben, alleVorsicht und Verwahrungsmittel ihm entgegen zu setzenund Erläuterung von ihm zu verlangen. Dickweld wur-de aufs neue nach London geschickt, wo er bey der Par-they die Vorstellungen, die er auf seiner vorhergehendenReise ihnen beygebracht hatte, wieder in frisches Ange-denken brachte. Nachdem dieser geschickte Agent seinenBericht wegen der Blindheit Jacobs und wegen der Si-cherheit , worinnen Barillon, der französische Abgesandtein Engelland, seinen eigenen Hof erhielte, erstattet hatte,so glaubte der Statthalter gänzlich von der einen sowohlals andern Seite sicher und bedeckt zu seyn; und da ecsich von der Zeit von der beschwerlichen Geheimhaltungder Sache losgemacht, so achtete er alle Arten der Zu-rückhaltung nicht der Mühe werth zu seyn, wo sie auchnur ein wenig die Geschwindigkeit seiner Zubereitungenaufhalten konnten. Wollte man seinen Endzweck nicht er-kennen und an seinen Absichten zweifeln, so muste manentschlossen seyn, sie nicht wissen zu wollen.

Er tadelte öffentlich bey aller Gelegenheit seinenSchwaher wegen seines frommen Eifers in der Religion:er schlug ihm, ohne einige Achtung für ihn zu haben, dieBestallungsbriefe ab, die er für die Catholiken in denenglischen Regimentern im Dienste der Staaten verlang-te;