690 SLaatsgeschichte von einem
H. 4. Kurzer Begriffder Beweise von dem schlech«
ten Verständnisse Jacobs mit Ludwig dem XIV.
Die abscheulichsten Tyrannen haben allezeit einemFeinde, der nicht Knall und Fall aufsie losgegangen, ih-ren Untergang schwer gemacht: selbst die Tyranney hackeihnen Anhänger zuwege gebracht, welchen an ihrer Er-haltung gelegen war. Jacob hatte nicht einmal diese ge-ringe Ehre , daß er mit einem grossen Geräusche vomThrone gestoßen worden wäre. Jedermann verließ ihn,weil ihn jedermann verachtete. Wenn man den LordTirconnel ausnimmt, dessen Ehrgeitz sich mit seiner Er-gebenheit vergleichen konnte, so waren die dem unglück-lichen Könige getreue Diener solche Leute, deren Glückö-oder Gemüthsgaben so mittelmäßig waren, daß er sie inseinem Unglücke glücklich machen konnte. Tirconnel, demer das Gouvernement von Irland gegeben hatte, giengnicht auf seiner Feinde Seite über, weil die Religion,welche ihm die Rolle eines Hauptes der Parthey in diesemKönigreiche versprach, ihn wieder in einen Privatstandversetzt haben würde, wöferne er sich dem Prinzen unter-worfen hätte: man zweifelt, ob er einen guten Vergleichvon Wilhelm angenommen haben würde. Jacob flöhe,indem er glaubte, sich seinen Feinden zu entziehen; under that änderst nichts, als was sie selbst wünschten. Erflöhe nach Frankreich, wo er die Mittel, sich wieder aufden Thron zu schwingen, zu finden Hoffete: und das wareine solche Zuflucht, die ihn nur noch weiter davon entfer-nen muste. Ludwig der XIV bildete sich ein, daß er ihmeine neue Ernte von Ruhm und Glück verschaffen würde;und er hatte nichts davon, als neue Unruhe und Verwir-rung. Man ließ diesem Monarchen wegen seiner Be-weggründe nicht Gerechtigkeit widerfahren. Indem ersich durch die Religion und Grosmuth bestimmen ließ,behauptete man, daß er blos aus einem Triebe derGerech-tigkeit und Erkenntlichkeit handelte, welchem er sich nichtharte entziehen können, ohne sich zu verunehren.
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