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Staatsgeschichte von einem Jahrhundert : worinnen sich, nach ihrer Ordnung und verschiedenen Verhältnissen, das Interesse, die Absichten, und das Verhalten der vornehmsten Mächte von Europa seit dem westphälischen Frieden 1643, bis nach dem geschlossenen aachener Frieden im Jahr 1748 angezeiget finden / [Jean Henri Maubert de Gouvest] ; aus dem Französischen mit fleissiger Prüfung übersetzt [v. Johann Gottfried Bernhold]
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Jahrhundert, XVIII. Capitel. 68-

nen und das, was der zweyhunderre Pfenning, den er denStaaten abgeschreckt harte, austrug, nebst hundert tau-send Pfund Sterling , welche die Presbyterianer in En-gelland ihm zugeschickt hatten, hatte, und welcher nochviel beträchtlichere Summen um zwey pro Cent von denfranzösischen Flüchtlingen aufnehmen konnte, konnte ohneFurcht und ohne Gefahr die lehren Antworten der engli-schen Herren und Edelleute erwarten, welche die altenMißvergnügten ihm zu gewinnen sich alle Mühe gaben.Der Streit Ludwigs des XIV mit dem teutschen Reicheüber die Wahl des Cardinals von Fürstenberg zum Erz-bischof von Cölln, und die Unternehmungen einer franzö-sischen Armee an dem Oberrhein verschafften ihm vollendsdie Gunst der Provinzen, indem solches die Gefahr ei-nes Ueberfalls bey denselben verminderte. Er machte sichzu gleicher Zeit sowol das allgemeine Vorurtheil von ei-nem Verständnisse Jacobs mit Ludwigen, als auch dieschlechte wirkliche Uebereinstimmung zwischen beiden Kö-nigen , zu LstuHcn. Die Provinz Holland, welche ehe-mals bey dem geringsten Anschein eines Bruchs mit Frank-reich für ihre Handelschaft so sehr besorgt war, glaubte,daß der Krieg mit dieser Krone selbst um die Wohlfartder Handlung willen nothwendig worden wäre; und dieStaaten waren durch die dreyzehen tausend Mann, wel-che der Churfürst von Brandenburg zu ihrem Befehl inseinen cleviscben Landen hielte, beruhiget worden. Daswar wohl genug, die ersten Anfälle eines Angriffs zubrechen ; aber es war viel zu wenig, dem französischenStaatsrath die Begierde, es gleichwohl zu versuchen, zubenehmen ; und Wilhelm wünschte es gar nicht einmaländerst. Er wollte, daß er bey seiner Zurückkunft denKrieg schon in vollen Flammen anträfe; und machte sichso starke Rechnung auf die Ueberlegenheit, welche ihmdeeglückliche Ausgang seines Kriegszuges geben würde, daßer den Spaniern versprach, mit ihnen zufrieden zu seyn,woferne sie nur allein Ostende, Mons Und Namur er-halten wurden.

Erster Theil. L x §.4.