Jahrhundert, XIX. Capitel. 69 5
hm gebracht, daß man diese Allianz für den ganzen übri-gen Theil des Jahrhunderts angenommen hatte. ImMonat Jänner des folgenden Jahres traktirte der Königvon Schweden auf eben diesen Fuß mit den Staaten.Da hernach diese beiden Souveräne das Ansuchen Wil-helms bey dem Kaiser unterstützten, so schloß Leopold mitihnen einen Defensivtraktat, worinnen der Türk für dengemeinschaftlichen Feind erkläret worden. Der Königvon Schweden sollte weiter nichts dabey finden, als dasVergnügen, sich anLudwig dem XIV zu rächen, welchener das schlechte Glück, das er im vorigen Kriege gehabt,zuschrieb. Was den Churfürsten von Brandenburg an-betrift, so ließ er sich die Dienste, die er den Staatenversprach, durch die Abcrettung von Obergeldern, welchesie ihm von den L>panicrn zu verschaffen sich anheischigmachten, bezahlen; und das Geschenk, welches ihm Leo-pold mit dem schwibusischen Craiß machte, sollte ihm denVorzug, welchen er der Allianz mit dem Kaiser vör einerVerbindung mit Ludwig dem XIV gegönnet hatte, be-lohnen x).
Die Ligue säumte nicht, sich auf einem' so gutenGrunde vollkommen zu machen. Die braunsthweigischenFürsten liessen sich merken, daß ihre Verbindungen mitLudwig dem XIV den Augenblick aufhören sollten, da dieStaaten die Subsidiengelder, welche sie von diesem Mo-narchen zögen, über sich nehmen wollten. Dem Chur-fürsten von Bayern, weicher seine Vermahlung mit einerErzherzoginn mit dem kaiserlichen Hause verbunden hatte,lag überaus viel daran, Frankreich zu schwächen,' oderzu verwirren. Seine Gemahlinn war eine Prinzeßinnvon der jüngern Schwester der Königinn, der GemahlinnLudwigs des XIV. Auf den Fall , daß Carl, der Königvon Spanien, ohne Nachkommenschaft mit Tod abgehenwürde, sollte sie die einzige Erbinn seyn, woferne nurFrankreich ausser Stand wäre, die auf den spyrenäischen
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t. ») Der Traktat ist yom 8 April, r686,