696 Staatsgeschichte von einem
Frieden gegründete Entsagung zu brechen oder zu vernich-ten. Der schwäbische und fränkische Craiß folgten demExempel dieses Churfürsten , und den folgenden Winterzog dessen Rath den Herzog von Savoyen in die Verbin-dung mir hinein. Der Churfürst von Brandenburg hattesich gegen Leopolden groß gemacht, er wolle ihm den öber-und medersachsischen Craiß gewinnen ; und er hielt seinWort. Im Monat Junius ->) waren alle Fürsten undStände übereingekommen ; und begnügten sich mit derbesondern Einwilligung, welche der Statthalter ihren Ver-bindungen ertheilte, ohne zu befürchten, daß die Einwil-ligung der Generalstaaten ihnen entstehen sollte, wenn siedieselbe haben müsten. Um zu beweisen, daß er es fürausgemacht hielte, daß ihm die Provinzen zu Willen le-ben würden, hatte Wilhelm seinen Rath Heckart ohneeinen andern Verhaltungsbefehl, als von ihm allein, nachAugspurg geschickt; und Valkenier, der Resident der Re-publik zu Regenspurg, war dahin gegangen, sich mitHeckart zu vereinigen, ungeachtet des ausdrücklichen Ver-botes , welches ihm seine Herren deswegen zugeschickt hat-ten. Der Penfionarius Fagel unterhielte, ohne Vor-wissen der Staaten die Correspondenz mit den Verbun-denen; und der Prinz von Waldeck, der eben so wenigBefugnis darzu hatte, führte diese Unterhandlung als dasHaupt, worinnen der Graf von Hohenlohe für den Kai-ser handelte. Die Ligue kam wegen einer genauen Allianzauf drey Jahre überein, und nahm die Handhabung desmünsterischen und nimwegischen Friedens, zugleich nebstdem zwanzigjährigen Stillstand zu ihrem Gegenstand.Ein Monat darauf Hoffete der Churfürst von der Pfalz,welcher von Ludwig dem XIV wegen der Allodialgüterdes churfürstlichen Hauses, im Namen der Gemahlinndes königlichen Bruders, so eine Schwester des letztenChurfürsten von der simmerischen Linie gewesen, beunru-higt worden, seine Sicherheit in dem Beystände der Ver-bundenen zu finden, und vermehrte ihre Anzahl. Der
ober-
») den 2y, im Jahre 1686.