7OO Staatsgefchichte von einem
fürchtete sie/ sie möchte die Vertheidigung nicht aushalte«können, und in Erwartung einer andern nicht so mißli-chen Streitigkeit hielte sie in der Regaliensache an sich.Der Cardinal Cibo / welcher zu Rom unter dem Namendes Jnnocentius herrschete/ und welcher das französischeMinisterium nichts achtete / nahrete den Haß des Grei-sen / indem er seiner Frömmigkeit schmeichelte. Als dieBombardirung von Genua/ seinem Vaterlande, ihn zueinem persönlichen Feinde des Königes gemacht hatte,fand er, daß das Verständniß dieses Monarchen mit denTürken das Gemüth des Jnnocentius in eine solche Fas-sung gesetzt, wie er es nur wünschen konnte. Aber erhütete sich wohl, loszubrechen, so lange sich Ludwig mitVertilgung der Hugenotten beschäfftigte. Er war zufrie-den , den Federkrieg zu unterhalten, welcher den Wider-willen beider Höfe nährte, und genoß des boshaften Ver-gnügens , zu sehen, daß der Kömg ganz Europa widersich aufbrachte, und sich zu gleicher Zeit die Mittel be-nahm, dem Unwillen so vieler beleidigten Machte die Spi-tze zu biecen. Die Jesuiten trieben den König an, denPabst, dem sie feind waren, zu tranken; und da sie sichmit der Clerisey verbanden, setzten sie als eine politischeRegel vest, gegen die, durch die Verfolgung der Huge-notten der Kirche angeblich geleisteten, Dienste, die demPabste angechanenen Beschimpfungen abzurechnen c).,Vielleicht verdoppelte Cibo die Klagen des heiligen Vatersnur darum, damit er den Bekehrungseifer vermehre«möchte. Es ist einmal gewiß, daß zu gleicher Zeit, daJnnocentius dem Könige wegen seiner schlechten Achtunggegen den heiligen Stul lebhafte Vorstellungen machte,er an ihn schrieb, um ihm wegen seines Glückes gegen dieFeinde der Kirche Glück zu wünschen, und den Gebrauch,den sein katholischer Eifer von seiner königlichen Gewaltmachte, zu rühmen.
Kaum
e) De k. Daniel 1. VII, p. vz. äu kreüä, liay.
N»M.