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Staatsgeschichte von einem Jahrhundert : worinnen sich, nach ihrer Ordnung und verschiedenen Verhältnissen, das Interesse, die Absichten, und das Verhalten der vornehmsten Mächte von Europa seit dem westphälischen Frieden 1643, bis nach dem geschlossenen aachener Frieden im Jahr 1748 angezeiget finden / [Jean Henri Maubert de Gouvest] ; aus dem Französischen mit fleissiger Prüfung übersetzt [v. Johann Gottfried Bernhold]
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702 Staatsgeschichte von einem

in der Weyhnachtsnachr seine Andacht verrichtet hatte,mit dem Interdikt. Der Marquis von Lavardm hieltediesen geistlichen Bannstrahl aus, als ein Mann, der dasVorurtheil abgelegt hatte. Er sehte dem Stolz der Pab-steö einen Hochmuth entgegen, welcher bis zum Trotzgieng. Seine Bediente und sem Befolg machten emRegiment aus, an deßen Spitze er m Rom marschirte,oder in seiner Wohnung cantonmrte; er macyre demPab-ste in seiner Hauptstadt die Oberherrschaft streitig. Manrachete sich in Frankreich durch Protestationen und eineAppellation an ein künftiges Concilium, durcy Gefangen--setzung des Nuntius, durch die Einnahme von Avignonund der Grafschaft, durch Untersagung der Handlung derBanquiers nach Rom. .

§. z. Cöllnische Händel. Anfang des Krieges.

So stunde damals Ludwig mit dem Jnnocentius',als die Wahl eines neuen Erzbischofs von Cöun ihm dieGunst des Pabstes nothwendig machte. MaximilianHeinrich von Bayern starb im Anfang des Jahres i6Z8.Weil er sich beständig von den beiden Furstenbergen re-gieren ließ, so liebte er den letztem so sehr, daß er ihmauch die Nachfolge versichern wollte; und er ließ ihn vonseinem Capitel zu seinem Coadjutor erwählen. EinigeDomherren, welche besondere Feinde des Kardinals vonFürstenberg waren, hatten wider diese Wahl protesnrt,daher machte sich der Pabst einen Grund aus ihrem Wi-dersprüche, um den Coadjutor nicht zu erkennen; undMaximilian starb, ehe er seine Helligkeit bewogen hatte,

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86) Sie konnten beide, alsschon wirtliche Bischöfe vonandern Stiften nur pcqtunretwerden, wie man canonuchspricht. Ein Breve Engibuluatis konnte also einen großftn Vortheil auf des eine»

Seite legen; da ein Eltgibülis nur ein DrittheU Stim«men brauchte, cher Pabstverfügte dem Fürstenberg eingleiches Breve, und >agle:es wäre die Ertheilung rosmerk sroitrii 1'ui: er rönnegnädig