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Staatsgeschichte von einem Jahrhundert : worinnen sich, nach ihrer Ordnung und verschiedenen Verhältnissen, das Interesse, die Absichten, und das Verhalten der vornehmsten Mächte von Europa seit dem westphälischen Frieden 1643, bis nach dem geschlossenen aachener Frieden im Jahr 1748 angezeiget finden / [Jean Henri Maubert de Gouvest] ; aus dem Französischen mit fleissiger Prüfung übersetzt [v. Johann Gottfried Bernhold]
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7-6 StaatsgeschichLe von einem

zu seyn, blosse Zuschauer zu bleiben, bis daß das Schick-sal des Prinzen entschieden seyn würde. Wenn der Kriegs-zug glücklich abgieng , so müsse sich Ludwig darauf Rech-nung machen , daß sie sich ganz gewiß mit den vereinigtenPrinzen verbinden würden; wenn er aber unglücklich aus-fiele, so konnte er von ibrec Seite weiter nichts, als einebetrügliche Neutralität erwarten, welche so bald aufhörenwürde, als sie neue Zurüstungen gemacht haben würden.Die Klugheit erforderte, daß man ihnen bevorkäme; undeben dieses that Ludwig der XI V, indein er ihnen den z De-cember eben deßelben Jahrs den Krieg ankündigte. Abereben diese Klugheit sagte, daß, da der Statthalter ihrebesten Officiers'mit weggenommen, nebst allen ihrenSchiffen, man sich diese Aligenblicke der Schwache zuNutzen machen, und sie mit zulänglichen Kräften, sie zuüberwältigen, unversebens überfallen müsse: aber dißwars, was der französische Staatsrath nicht thäte. DieArmee, welche nach den Niederlanden geschickt wurde,that nichts , als daß sie sich zeigte; und da sie bey nahe sogleich wieder in ihre Quartiere zurücke gieng, schiene sie,nur darum in Bewegung gewesen zu seyn, damit sie dieProvinzen erinnerte, auf den Frühling sich vorzubereiten.Dieser abscheuliche Fehler benahm Frankreich den Vor-theil , welchen ihm die englische Diversion hätte verschaf-fen können. Die Staaten beschleunigten die Regiments-veränderung , so viel an ihnen war; und da sie sich mitihrer Vertheidigung der Sorgfalt Wilhelms gänzlich über-ließen , so ließen sie sich durch ihre Statthalter regierenund nach ihrem Rath leiten. ,

Wilhelm fand die Sachen in Engelland in einemsolchen Zustande, wie ihn der Graf von Avaur vielfältig,aber vergeblich, seinem Hofe beschrieben hatte. Er warmit seiner zahlreichen Flotte von Transportschiffen im An-gesichte der Flotte Jacobs übergegangen, deren größterTheil, an statt mit ihm zu fechten, sich zu ihm schlug.Nachdem er zu Torbay den 15 November ausgestiegen,