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Staatsgeschichte von einem Jahrhundert : worinnen sich, nach ihrer Ordnung und verschiedenen Verhältnissen, das Interesse, die Absichten, und das Verhalten der vornehmsten Mächte von Europa seit dem westphälischen Frieden 1643, bis nach dem geschlossenen aachener Frieden im Jahr 1748 angezeiget finden / [Jean Henri Maubert de Gouvest] ; aus dem Französischen mit fleissiger Prüfung übersetzt [v. Johann Gottfried Bernhold]
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728 Staatsgeschichte von einem

dasti, welcher acht bis zehen Millionen reich war, wurdeüberwiesen, den Anschlag gefaßt zu haben, den Kaiserin seinem Pallast zu Wien zu verbrennen; ihn mit einerPastete, welche die Gräfinn noch glücklich auf die Seitegeschafft, vergiftet haben zu wollen; und endlich als dasbeste Mittel erwählt zu haben, daß er in den Röhrkasten,woraus man das Wasser für den Mund seiner kaiserlichenMajestät nahm, einen toden Hund warf. Der kaiserlicheStaatsrath, welcher dergleichen Verbrechen einem Manne,der kein Narr war, beweisen konnte, hatte nicht viel Mü-he , in seinen Papieren, welche, wie er sagte, ihm ein-geliefert worden wären, die Mitschuldigen zu finden, dieer ihm zu geben für dienlich fände. Alle die Großen, vorderen Muth die Jesuiten und die Ministers sich fürchte-ten, oder nach deren Reichthümern sie strebten, mustenmit in dieser Zusammenverschwörung begriffen seyn. Dieteutschen Truppen, welche in verschiedene kleine Corpi ab-getheilt worden, giengen auf einen jeden dieser Herren,welche ihre Freunde und ihre Unterthanen versammelten,los und zerstreueten die Werbungen. Die Schlösser, wor-innen sie ihre Famille nebst ihren besten Sachen hatten,überrumpelten sie, oder nahmen sie mit Gewalt ein. DerAdel wurde zerstreuet, und das Volk wurde durch dieFurcht in Zaum gehalten. Der junge Graf Tökely wur-de durch seine Freunde und Anverwandten, mit denen ernach Siebenbürgen geflohen, gerettet und erhalten. Die-jenigen , welche es wagten, die Waffen für die Frenheitzu ergreifen, verbanden sich wieder mit ihm. Unterstütztdurch französisches Geld und durch den Türken, führte erauf tartarische Art den Krieg, indem er Städte und Ve-stungen mit stürmender Hand eroberte, das platte Landplünderte, seine Feinde brandschatzte, und bald den bestenTheil des Königreichs in seiner Gewalt, bald aber nichteinen einzigen Ort zum Rückzug mehr innen hatte. Un-terdessen machte er doch dem Kaiser genug zu schaffen, umVortheilhafte Vorschläge von ihm zu erhalten, und um den