Buch 
Novellen / von Conrad Ferdinand Meyer
Entstehung
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tritt zum Evangelium andeutete. Hier war von derSündhaftigkeit der Welt die Rede, an welcher er be-kannte, auch selber theilgenommen zu haben. Konntenun Gaspardes Geburt nicht im Zusammenhange stehnmit diesem vorevangelischen Leben? So streng ich sonstin solchen Dingen dachte, hier war mein Eindruck einanderer; es lag mir diesmal ferne einen Fehltritt zuverurtheilen, der mir die unglaubliche Möglichkeit auf-that, mich der Blutsverwandten des erlauchten Heldenzu nähern, — wer weiß, vielleicht um sie zu werben.Während ich meiner Einbildungskraft die Zügel schießenließ, glitt wahrscheinlich ein glückliches Lächeln durchmeine Züge, denn der Alte, der mich insgeheim überseinen Folianten weg beobachtet hatte, wandte sich gegenmich mit unerwartetem Feuer:

„Ergötzt es Egch, junger Herr, an einem großenMann eine Schwäche entdeckt zu haben, so wißt: Erist makellos! — Ihr seid im Irrthume. Ihr betrügtEuch!»

Hier erhob er sich wie unwillig und schritt dasGemach auf und nieder, dann, plötzlich den Ton wechselnd,blieb er dicht vor mir stehen, indem er mich bei derHand faßte: „Junger Freund," sagte er, „in dieser