Buch 
Novellen / von Conrad Ferdinand Meyer
Entstehung
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Ausgang wage, und sich sogar durch das Begleit ihresOheims nicht abhalten lasse, ihr freche Grüße zuzuwerfen.

„Ich mag dem lieben Ohm bei seiner erregbaren undetwas ängstlichen Natur nichts davon sagen. Es würdeihn beunruhigen, ohne daß er mich beschützen könnte.Ihr aber seid jung und führt einen Degen, ich zähleauf Euch! Die Unziemlichkeit muß um jeden Preis einEnde nehmen. — Nun lebt wohl, mein Ritter!" fügte sielächelnd hinzu, während ihre Thränen noch flössen, „undvergeßt nicht, meinem Ohm gute Nacht zu sagen!" —

Ein alter Diener leuchtete mir in das Gemachseines Herrn, bei dem ich mich beurlaubte.

„Ist die Predigt vorüber?" fragte der Rath. „Injüngern Tagen hätte mich das Fratzenspiel belustigt;jetzt aber, besonders seit ich in Nimes, wo ich das letzteJahrzehnt mit Gasparde zurückgezogen gelebt habe, imNamen Gottes Mord und Auflauf anstiften sah, kannich keinen Volkshaufen um einen aufgeregten Pfaffenversammelt sehen ohne die Beängstigung, daß sie nungleich etwas Verrücktes oder Grausames unternehmenwerden. Es fällt mir auf die Nerven." —

Als ich die Kammer meiner Herberge betrat, warf