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Novellen / von Conrad Ferdinand Meyer
Entstehung
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Sie weigerte sich nicht und der kleine, aber fest undwohl gebaute General richtete sich auf den Fußspitzenempor, um die feine Weiße Stirn des hochgewachsenenMädchens zu erreichen, eine eher komische als zärtlicheGruppe.

„Bittest du mich nach der Predigt zu Tische, Alter?"fragte Wertmüller.

„Selbstverständlich!" versetzte der gastfreundlichePfarrer. „Rahel bleibt zu Hause und besorgt die Küche."

Das willige Mädchen fügte mit einem leichten Knixehinzu: „Wir bedanken uns, Pathe!" und eilte in dasobere Stockwerk zurück.

„Ich bringe dir etwas mit, Alter," lächelte derGeneral.

„Gewehr?" fuhr der Pfarrer heraus und seineAugen leuchteten.

Wertmüller nickte bejahend und zog unter dem brei-ten Schooße feines Sammetrockes ein Pistol hervor. Dievornehme Fa^on und der damascirte Lauf des kleinenMeisterstückes der damaligen Büchsenschmiedekunst stachendem Pfarrer gewaltig in die Augen. Seine ganze Leiden-schaft erwachte. Wertmüller trat mit ihm aus dem däm-merigen Flur durch die Hinterthüre der Pfarre in den