Buch 
Novellen / von Conrad Ferdinand Meyer
Entstehung
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der Gemeinde zu, konnte aber mit einer ungezwungenenWendung des Kopfes leicht den hohen Sitz beobachten,wo sein Vetter horstete. Eben jetzt warf er einen Blickhinauf. Der Seelsorger von Mythikon, der das Jubel-lied schon oft gehört hatte und feiner ebenfalls schon oftgehaltenen Predigt sicher war, betastete leise feine Tasche.

„Posaunet, posaunet! ..." dröhnte es durch dasSchiff. Wertmüller schielte die Kanzeltreppe hinauf.Der Vetter hatte das kleine Terzerol aus der Taschegezogen und betrachtete es hinter der hohen Kanzel-brüstung mit Augen der Liebe.

„Drommetet, drommetet! ..." sangen die Mythi-koner. Mitten durch den Trompetenlärm hörte derGeneral deutlich ein scharfes Knacken, als würde drobenein Hahn gezogen. Er lächelte.

Jetzt kam die letzte, die Lieblingsstrophe der Mythi-koneriunen. „Und flötet, o flötet! . . ." sangen sie, soschön sie konnten. Der General warf wieder einen ver-stohlenen Blick nach der Kanzel hinauf. Spielend legteder Pfarrer eben seinen dicken Finger an den Drücker;wußte er doch, daß er die Feder mit aller Gewalt nichtbewegen konnte. Aber er zog ihn gleich wieder zurück,und die sanften Flöten verklangen.