191
Der General unten an der Kanzel legte in ge-drückter Stimmung sein Gesicht in Falten.
Jetzt betete der geistliche Herr, der das kleineGewehr in seine geräumige Tasche zurückgleiten ließ,in aller Andacht die Liturgie und las dann den Textaus der großen, ständig auf dem Kanzelbrette lagern-den Bibel. Es war der herrliche siebenundvierzigstePsalm, der da beginnt: Frohlocket mit Händen, alleVölker, lobet Gott mit großem Schalle!
Frisch und flott ging es in die Predigt hinein undschon war sie über ihr erstes Drittel gediehen. Noch ein-mal lauerte der General empor, sichtlich enttäuscht, miteinem fast vorwurfsvollen Blicke, der sich aber plötzlicherheiterte. Der Pfarrer hatte im Feuer der Action,während seine Linke vor allem Volke gestikulirte, mit derdurch die Kanzel gedeckten Rechten instinctiv das geliebteTerzerol wieder hervorgezogen. „Lobet Gott mit großemSchalle!" rief er aus, und, paff! knallte ein kräftigerSchuß. Er stand im Rauch. Als er wieder sichtbar wurde,quoll die blaue Pulverwolke langsam um ihn emporund schwebte wie ein Weihrauch über der Gemeinde.
Entsetzen, Schreck, Erstaunen, Aerger, Zorn, ersticktesGelächter, diese ganze Tonleiter von Gefühlen fand ihren