Buch 
Novellen / von Conrad Ferdinand Meyer
Entstehung
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die Aebtissin des Klosters, wo er von Staub bedecktlag, mißtrauisch und auf den Schatz, den sie unwissendbesaß, aufmerksam machte.

Endlich bekam ich freie Hand und setzte mich — trotzder bevorstehenden Papstwahl — auf ein rüstig schrei-tendes Maulthier, den Auftrag hinterlassend, mir nachEintritt des Weltereignisses einen Boten nachzusenden.Der Treiber meines Thieres war ein von dem Bischöfezu Chur unter seinem Gesinde nach Constanz gebrachterNhäter und nannte sich Anselino de Spiuga. Er hatte ohneZögern in mein niedriges erstes Angebot gewilligt und wirwaren um einenunglaublichbilligen Preis übereingekommen.

Tausend Possen gingen mir durch den Kopf. DieBläue des Aethers, die mit einem frischen, fast kaltenHauch aus Norden zu gleichen Theilen gemischte Sommer-luft, der wohlfeile Ritt, die überwundenen Schwierigkeitender Papstwahl, der mir bevorstehende höchste Genußeines entdeckten Classikers, diese himmlischen Wohlthatenstimmten mich unendlich heiter und ich hörte die Musenund die Englein singen. Mein Begleiter dagegen, Anse-lino de Spiuga, ergab sich — so schien mir — denschwermüthigsten Betrachtungen.

Selbst glücklich, suchte ich aus Menschenliebe auch ihn