Buch 
Novellen / von Conrad Ferdinand Meyer
Entstehung
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uambina" so hieß ich ihn dagegen „xovsrsllo" und beideslautet Wohl, ob ich auch unsere landesüblichen Liebes-wörter nicht schelten will, wenn sie ehrlich gemeint sind.

Zugleich aber war mein Gelübde verfallen undmahnte mich mit jedem Aveläuten.

Da kamen mir oft flüsternde Gedanken, wie z. B.:„Das Gelübde eines unschuldigen Kindes, das nicht weiß,was Mann und Weib ist, hat dich nicht weggeben können!"oder: „Die Mutter Gottes, nobel wie sie ist, hätte dirdas Mütterlein wohl auch umsonst und vergebens ge-schenkt!" Doch ich sprach dagegen: „Handel ist Handel!"und „Ehrlich währt am längsten!" Sie hat ihn gehalten,so will ich ihn auch halten. Ohne Treu und Glaubenkann die Welt nicht bestehen. Wie sagte der Vater selig?Ich hielte dem Teufel Wort, sagte er, geschweige demHerrgott.

Nun höret, ehrwürdiger Herr, wie ich es meine!Seit die Mutter Gottes der Königin das Kreuz trug,hilft sie es, ihr Kloster bevölkernd, seit urewigen Zeitenallen Novizen ohne Unterschied tragen. Es ist ihr eineGewohnheit geworden, sie thut es gedankenlos. Mitdiesen meinen Augen habe ich — eine Neunjährige —gesehen, wie das Lieschen von Weinfelden, ein sieches