Buch 
Novellen / von Conrad Ferdinand Meyer
Entstehung
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leidenschaftlich, als trüge sie es schon, so daß die Aermelder Kutte und des Hemdes weit zurückfielen. Da be-trachtete ich, als ein Florentiner der ich bin, die schlank-kräftigen Mädchenarme mit künstlerischem Vergnügen.Sie wurde es gewahr, runzelte die Stirn und wandtemir unmuthig den Rücken.

Nachdem sie gegangen war, setzte ich mich in einenBeichtstuhl, legte die Stirn in die Hand und sann —wahrlich nicht an das barbarische Mädchen, sondern anden römischen Classiker. Da jubelte mein Herz und ichrief überlaut: „Dank, Ihr Unsterblichen! Geschenkt istder Welt ein Liebling der komischen Muse! Plautusist gewonnen!"

Freunde, eine Verschwörung von Gelegenheiten ver-bürgte mir diesen Erfolg.

Ich weiß nicht, mein Cosinus, wie Du vom Wun-derbaren denkst? Ich selbst denke läßlich davon, wederabergläubisch, noch verwegen; denn ich mag die absolutenGeister nicht leiden, welche, wo eine unerklärliche That-sache einen Dunstkreis von Aberglauben um sich sammelt,die ganze Erscheinung — Mond und Hof — ohnePrüfung und Unterscheidung entweder summarisch glaubenoder eben so summarisch verwerfen.