Buch 
Novellen / von Conrad Ferdinand Meyer
Entstehung
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du es jetzt nicht mehr rückgängig machen kannst. Ichweiß nicht ob das klug war. Erstaune nicht, Aebtissin,daß dein Wunder geprüft wird! Du hast dein Urtheilgefordert!"

Die Kniee des Weibchens schlotterten, und seineAugen gingen irre. „Folge mir," sagte ich streng, „undbesichtigen wir die Organe des Wunders!"

Sie folgte niedergeschlagen und wir betraten dieSacristei, wohin das echte Kreuz zurückgekehrt war undin dem weiten Halbdunkel des edlen Raumes mit seinenRissen und Sprüngen und mit seinem gigantischenSchlagschatten so gewaltig an die Mauer lehnte, alshätte heute erst eine verzweifelnde große Sünderin esergriffen und wäre darunter ins Knie gesunken, dieSteinplatte schon mit der Stirne berührend in demAugenblicke da die Himmelskönigin erschien und ihr bei-stand. Ich wog es, konnte es aber nicht einen Augen-blick heben. Um so lächerlicher schien mir der Frevel,diese erdrückende Bürde mit einem Spielzeuge zu ver-tauschen. Ich wendete mich entschlossen gegen das hohe,schmale Pförtchen, dahinter ich dieses vermuthete.

„Den Schlüssel, Aebtissin!" befahl ich. Das Weib-chen starrte mich mit entsetzten Augen an, aber antwortete