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frech: „Verloren gegangen, Herr Bischof! Seit mehrals einem Jahrzehnt!"
„Frau," sprach ich mit furchtbarem Ernste, „deinLeben steht auf dem Spiel! Dort gegenüber haust einDienstmann des mir befreundeten Grafen von Doccaburgo.Dorthin schicke oder gehe ich nach Hilfe. Findet sich hierein dem echten nachgebildetes Scheinkreuz von leichteremGewichte, so flammst und loderst du, Sünderin, wie derKetzer Huß, und nicht minder schuldig als er!"
Nun trat eine Stille ein. Dann zog das Weibchen
— ich weiß nicht ob zähneklappernd oder zähneknirschend
— einen altertümlichen Schlüssel mit krausem Bartehervor und öffnete. Schmeichelhaft — mein Verstandhatte mich nicht betrogen. Da lehnte au der Mauer deshohen kaminähnlichen Kämmerchens ein schwarzes Kreuzmit Rissen und Sprüngen, welches ich gleich ergriff undmit meinen schwächlichen Armen ohne Schwierigkeit indie Lüfte hob. In jeder seiner Erhöhungen und Ver-tiefungen, in allen Einzelheiten war das falsche nach demVorbilde des echten Kreuzes geformt, diesem auch fürein scharfes Auge zum Verwechseln ähnlich, nur daß eszehnmal leichter wog. Ob es gehöhlt, ob es aus Korkoder einem anderen leichtesten Stoffe verfertigt sein