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Mein Gewissen war beschwert, das Leben zu genießen,küssend, trinkend, lachend neben dem Elende.
Gleicherweise konnte ich jetzt das nahe Geschrei einerVerzweifelnden nicht ertragen. Ich warf Gewand um undschlich durch den dämmernden Kreuzgang nach dem Chöre,mir sagend, es müsse sich, wahrend ich den Plautus las,mit Gertruden geändert haben: an der Schwelle desEntscheides sei ihr die ünumstößliche Ueberzeugung ge-worden, sie werde zu Grunde gehen in dieser Gesell-schaft, in dem Nichts oder — schlimmer — in derFäulniß des Klosters, mit der Gemeinheit zusammen-gesperrt, sie verachtend und von ihr gehaßt.
In der Thüre der Sacristei blieb ich lauschendstehen und sah Gertruden vor dem wahren, schwerenKreuze die Hände ringen. Wahrhaftig, sie bluteten undauch ihre Kniee mochten bluten, denn sie hatte dieganze Nacht im Gebete gelegen, ihr Stimme war hei-ser und ihre Rede mit Gott, nachdem sie ihr Herzund ihre Worte erschöpft hatte, gewaltsam und brutal,wie eine letzte Anstrengung:
„Maria Muttergottes, erbarm dich mein! Laß michstürzen unter deinem Kreuz, es ist mir zu schwer! Mirschaudert vor der Zelle!" und sie machte eine Geberde,