Buch 
Novellen / von Conrad Ferdinand Meyer
Entstehung
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schaue sich jetzt nebenan den Rathssaal mit den weltbe-rühmten Schildereien und werde pünktlich in einer Stundesich wieder einsinden, Der Handelsherr erkannte auf denersten Blick die kühnen Schristzüge der Majestät desschwedischen Königs Gustav Adolf und erschrak ein wenigüber die große Ehre des eigenhändigen Schreibens. DieBefürchtung lag nahe, der König, den er in seinem neu-erbauten Hause, dem schönsten von Nüremberg, bewirthetund gefeiert hatte, möchte bei seinem patriotischen Gast-freunde ein Anleihen machen. Da er aber unermeßlichbegütert war und die Gewissenhaftigkeit der schwedischenRentkammer zu schätzen wußte, erbrach er das königlicheSiegel ohne sonderliche Besorgniß und sogar mit demAnfange eines Prahlerischen Lächelns. Kaum aber hatteer die wenigen Zeilen des in königlicher Kürze verfaßtenSchreibens überflogen, wurde er bleich wie über ihm dieStuccatur der Decke, welche in hervorquellenden Massenund aufdringlicher Gruppe die Opferung Jsaaks durchden eigenen Vater Abraham darstellte. Und sein guterSohn, der ihn beobachtete, erbleichte ebenfalls, aus derplötzlichen Entfärbung des vertrockneten Gesichtes auf eingroßes Unheil rathend. Seine Bestürzung wuchs, alsihn der Alte über das Blatt weg mit einem wehmüthigen