Buch 
Novellen / von Conrad Ferdinand Meyer
Entstehung
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„So viel und so wenig Weisheit, Vater!" seufzteder Sohn.

Dann steckten die Beiden die Köpfe zusammen, umeine Remedur zu suchen, wie sie es nannten, jetzt unterder Stimme flüsternd, welche sie vorher in ihrer Auf-regung, uneingedenk der im Nebenzimmer hantirendenAngestellten und Lehrlinge, zu dämpfen vergessen hat-ten. Aber sie fanden keinen Rath und ihre Geberdenwurden immer ängstlicher und peinlicher, als im Gangedraußen ein markiger Alt das Leiblied Gustav Adolfsanstimmte:

„Verzage nicht, du Häuflein klein,

Ob auch die Feinde Willens sein,

Dich gänzlich zu zerstören!"

und ein tannenschlankes Mädchen mit lustigen Augen,kurzgeschnittenen Haaren, knabenhaften Formen undziemlich reitermäßigen Manieren eintrat.

„Willst du uns die Ohren zersprengen, Base?"zankten die beiden Leubelfinge. Sie, das trübselige Paarmusternd, erwiederte: „Ich komme Euch zum Essen zurufen. Was Halls gegeben, Herr Ohm und Herr Vetter?Ihr habt ja Beide ganz bleiche Nasenspitzen!" Der zwi-schen den Hilflosen liegende Brief, den das Mädchen