282
dich auf zu deinem Abgott und bet' ihn an! AmEnde/' fuhr er fort, „wer weiß, ob du das nicht schonlange in dir trägst? Träumest du doch von dem Schwe-denkönig, mit welchem du als Kind in der Weltherumgefahren bist, wachend und schlafend. Als ichvorgestern auf meine Kammer ging, an der deinigenvorüber, hörte ich deine Traumstimme schon von weitem.Ich brauchte wahrlich mein Ohr nicht ans Schlüssel-loch zu halten. „Der König! Wache heraus! Präsen-tirt Gewehr!" Er ahmte das Commando mit schrillerStimme nach.
Die Jungfrau wandte sich ab. Eine Purpurröthewar ihr in Wangen und Stirne geschossen. Dann zeigtesie wieder die warmen lichtbraunen Augen und sprach:„Nimm dich in Acht! Es könnte dahin kommen, wärees nur, damit der Name Leubelfing nicht von lauterMemmen getragen wird!"
Das Wort war ausgesprochen und ein kindischerTraum hatte Gestalt gewonnen als ein dreistes abernicht unmögliches Abenteuer. Das väterliche Blut lockte.Des Muthes und der Verwegenheit war ein Ueberfluß.Aber die maidliche Scham und Zucht — der Vetterhatte wahrhaftes Zeugniß abgelegt — und die Ehrfurcht