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schwarzen Schatten auf das hellbeleuchtete Blatt undeine Devise von unbekanntem Ursprung. Es war derüber die Schultern des Königs guckende Page, die Deviseaber lautete: „Oourts st Konus!" Das heißt: Soll ichmir ein Leben wählen, so sei es ein kurzes und genuß-volles! Der König las, sann einen Augenblick, schütteltebedenklich den Kopf und zupfte über sich greifend seinesPagen wohlgebildeten Ohrlappen. Dann drückte erLeubelfing auf seinen Schemel nieder, in der Absicht,ihm eine kleine Predigt zu halten. „Gust Leubelfing,"begann er lehrhaft behaglich, den Kopf rückwärts in dasPolster gedrückt, sodaß das volle Kinn mit dem gold-haarigen Zwickel vorsprang und das schalkhafte Licht derhalbgeschlossenen Augen auf das lauschend gehobene Ant-litz des Pagen niederblitzte, „Gust Leubelfing, mein Sohn!Ich vermuthe, diesen fragwürdigen Spruch hat ein Welt-kind erfunden, ein „Epikurer", wie Doctor Luther solcheLeute nennt. Unser Leben ist Gottes. So dürfen wires weder lang noch kurz wünschen, sondern wir nehmenes wie Er es giebt. Und gut? Freilich gut, das istschlicht und recht. Aber nicht voll Rausches und Taumelswie der französische Spruch hier unzweifelhaft bedeutet.Oder wie hast du ihn verstanden, mein lieber Sohn?"