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Novellen / von Conrad Ferdinand Meyer
Entstehung
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so brav ist, wie er das Aussehen hat. Ob aber meinFürwort fruchten wird, das ist die Frage. Der HerrAdmiral ist jetzt, am Vorabend des flandrischen Krieges,vom Morgen bis in die Nacht in Anspruch genommen,belagert, ruhelos, und ich weiß nicht, ob nicht schon alleStellen vergeben sind, über die er zu verfügen hat.Bringt Ihr nicht eine Empfehlung mit, die besser wäreals die meinige?"

„Der Name meines Vaters," versetzte ich etwaseingeschüchtert, „ist vielleicht dem Admiral nicht unbe-kannt." — Jetzt fiel mir aufs Herz, wie schwer es demunempfohlenen Fremdling werden könnte, bei dem großenFeldherrn Zutritt zu erlangen und ich fuhr niederge-schlagen fort: „Ihr habt Recht, Fräulein, ich fühle, daßich ihm wenig bringe: ein Herz und einen Degen, wieer über deren taufende gebietet. Lebte nur sein BruderDandelot noch! Der stünde mir näher, an den würdeich mich wagen! War er doch von Jugend auf in allenDingen mein Vorbild: Kein Feldherr, aber ein tapfererKrieger; kein Staatsmann, aber ein standhafter Partei-genosse; kein Heiliger, aber ein warmes treues Herz!" —

Während ich diese Worte sprach, begann Fräulein

Gasparde zu meinem Erstaunen erst leise zu erröthen

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