Buch 
Novellen / von Conrad Ferdinand Meyer
Entstehung
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einem vorwurfsvollen Blicke. „Daß du hier neben mirsitzest, hast du nur ihr zu danken! Du bist ihr einedicke Kerze schuldig!" —

Ich zuckte die Achseln.

„Ungläubiger!" rief er, und zog, in meine linkeBrusttasche langend, triumphirend das Medaillon daraushervor, welches er um den Hals zu tragen Pflegte, unddas er heute morgen während seiner heftigen Umarmungmir heimlich in das Wams geschoben haben mußte.Jetzt fiel es mir wie eine Binde von den Augen.Die silberne Münze hatte den Stoß aufgehalten,der mein Herz durchbohren sollte. Mein erstes Gefühlwar zornige Scham, als ob ich ein unehrliches Spielgetrieben und entgegen den Gesetzen des Zweikampfesmeine Brust geschützt hätte. Darein mischte sich derGroll, einem Götzenbilds mein Leben zu schulden.

„Läge ich doch lieber todt," murmelte ich, „als daßich bösem Aberglauben meine Rettung verdanken muß!" —Aber allmälig lichteten sich meine Gedanken. Gas-parde trat mir vor die Seele und mit ihr alle Fülledes Lebens. Ich war dankbar für das neu geschenkteSonnenlicht, und als ich wieder in die freudigen AugenBoccards blickte, brachte ich es nicht über mich, mit ihm