Buch 
Novellen / von Conrad Ferdinand Meyer
Entstehung
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Er saß aufrecht auf seinem Lager, den verwundetenlinken Arm in der Schlinge, blaß und ermattet. Nebenihm stand ein Geistlicher mit eisgrauem Barte. Er ließuns nicht zu Worten kommen.

„Meine Zeit ist gemessen," sprach er, „hört mich anund gehorcht mir! Du, Gasparde, bist mir durch meinentheuern Bruder blutverwandt. Es ist jetzt nicht derAugenblick etwas zu verhüllen, das du weißt und diesemnicht verborgen bleiben darf. — Deiner Mutter ist durcheinen Franzosen Unrecht geschehn; ich will nicht, daßauch du unsres Volkes Sünden mitbüßest. Wir bezahlen,was unsre Vater verschuldet haben. Du aber sollst,so viel solches an mir liegt, auf deutscher Erde eiufrommes und ruhiges Leben führen."

Dann sich zu mir wendend, fuhr er fort: „Schadau,Ihr werdet Eure Kriegsschule nicht unter mir durch-machen. Hier sieht es dunkel aus. Mein Leben gehtzur Neige und mein Tod ist der Bürgerkrieg. MischtEuch nicht darein, ich verbiete es Euch. — Reicht Gas-parde die Hand, ich gebe sie Euch zum Weibe. Führtsie ohne Säumniß in Eure Heimat. Verlaßt diesesungesegnete Frankreich, sobald Ihr meinen Tod erfahrt.Bereitet ihr eine Stätte auf Schweizerboden; dann