Buch 
Novellen / von Conrad Ferdinand Meyer
Entstehung
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vermochten. Endlich war die Brücke erreicht und über-schritten. Ich stürzte in vollem Laufe nach dem Hausedes Raths, die Augen unverwandt auf seine hochgelegenenFenster geheftet. An einem derselben wurden ringendeArme sichtbar, eine menschliche Gestalt mit Weißen Haarenward hinausgedrängt. Der Unglückliche, es war Chatillon,klammerte sich einen Augenblick noch mit schwachenHänden an das Gesims, dann ließ er es los und stürzteauf das Pflaster. An dem Zerschmetterten vorüber, er-klomm ich in wenigen Sprüngen die Treppe und stürztein das Gemach. Es war mit Bewaffneten gefüllt undein wilder Lärm erscholl aus der offenen Thüre desBibliothekzimmers. Ich bahnte mir mit meiner Halle-barde den Weg und erblickte Gasparde, in eine Eckegedrängt und von einer gierigen, brüllenden Meuteumstellt, die sie, mein Pistol in der Hand und bald aufdiesen bald auf jenen zielend, von sich abhielt. Sie warfarblos wie ein Wachsbild und aus ihren weit geöffnetenblauen Augen sprühte ein schreckliches Feuer.

Alles vor mir niederwerfend, mit einem einzigenAnlaufe, war ich an ihrer Seite und „Gott sei Dank,du bist es!" rief sie noch und sank mir dann bewußtlosin die Arme.