Buch 
Novellen / von Conrad Ferdinand Meyer
Entstehung
JPEG-Download
 

wandelt hatte, war rasch vorübergegangen. „Was istEuer Anliegen?" fragte er seinen Gast mit einer jenerbrüsken Wendungen, die ihm geläufig waren. „Ihr seidnicht hierher gekommen, um Euch meine Träume er-zählen zu lassen."

Nun berichtete Pfannenstiel dem Generale mit einerunschuldigen List, denn er wollte ihm seine Liebesver-zweiflung, für die er ihm kein Organ zutraute, nicht ver-rathen, wie ihn über dem Studium der Odyssee ein un-widerstehliches Verlangen ergriffen, die Heimat Homers,die goldene Hellas kennen zu lernen. Da er keinenandern Weg wisse, seine Wanderlust zu befriedigen, seiihn: der Gedanke gekommen, sich bei dem Herrn für dieFeldkaplanei seiner venetianischen Compagnie zu melden,die ja in den griechischen Besitzungen der Republik sta-tionire. „Sie ist erledigt," schloß er, „und wenn Ihrmir ein Weniges gewogen seid, weiset Ihr mir dieStelle zu."

Wertmüller blickte ihn scharf an. „Ich bin derLetzte," sagte er, „der einem jungen Menschen einegefährliche Carriere widerriethe! Aber er muß dazuqualifizirt sein. Euer Knochengerüste, Freund, ist nichtfest genug gezimmert. Der erste beste relegirte Rauf-