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Also seid Ihr desperat. Aber warum seid Ihr despe-rat? Was treibt Euch weg? Heraus damit. Eine Figur?He? Ihr erröthet!"
Der sechzigjährige Wertmüller behandelte die weib-lichen Wesen als Staffage und pflegte sie schlechtweg mitdem Malerausdrucke „Figuren" zu benennen.
„Wo habt Ihr zuletzt konditionirt?"
„In Mythikon bei Euerm Herrn Vetter währendseiner Gichtaufälle."
„Bei meinem Vetter? Will sagen bei der Rahel. Nunist alles klar und deutlich wie mein neuverfaßtes Exerzir-reglement. Das Mädchen hat Euch den Kopf verrücktund dann, wie recht und billig, einen Korb gegeben?"
Der zartfühlende Candidat hätte sich eher das Herzaus dem Leibe reißen lassen, als eingestanden, daß dieRahel — wie er daran nicht zweifeln konnte — ihmherzlich Wohl wolle. Er antwortete bescheiden:
„Der Herr Wertmüller, sonst mein Gönner, hat michverabschiedet, weil ich mit Schießgewehr nicht umzugehenverstehe und mich auch davor scheue. Vor zwanzigJahren ist damit in meiner Familie ein Unglück be-gegnet. Er nöthigte mich, mit ihm in die Scheibe zuschießen und ich habe keinen Schuß hinein gebracht."