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Novellen / von Conrad Ferdinand Meyer
Entstehung
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wiederholte Wertmüller, den dieser Gedanke zu frappirenschien. „La, la, Pathchen! Der Vater ist mir der erträg-lichste aller Schwarzröcke und du bist mir die liebste allerFiguren. Ich will dem Alten eine Genugthuung geben.Weißt du was? ich gehe morgen bei Euch zur Kirche— das rehabilitirt den Vater zu Stadt und Lande."

Rahel schien von dieser Aussicht wenig erbaut.„Pathe," sagte sie, „Ihr habt mich aus der Taufe ge-hoben und das Gelübde gethan, auf mein zeitliches undewiges Heil bedacht zu sein. Für das letztere könnet Ihrnichts thun, denn es steht in diesem Punkte bei Euchselbst sehr windig. Aber ist das ein Grund, auch meinzeitliches zu ruiniren? Ihr solltet, scheint mir, imGegentheil darauf denken, mich wenigstens auf dieserErde glücklich zu machen — und Ihr macht mich un-glücklich!" Sie zerdrückte eine Thräne.

— „Vortrefflich raisonnirt," sagte der General.„Pathchen, ich bin der Berggeist und du hast dreiWünsche bei mir zu gut."

„Nun," versetzte das Fräulein, auf den Scherz ein-gehend. „Erstens: Heilt den Vater von seiner ungast-lichen Jagdlust!"

— „Unmöglich. Sie steckt im Blute. Er ist ein

C. F. Meyer, Nevellen. I. 11