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Novellen / von Conrad Ferdinand Meyer
Entstehung
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Wertmüller. Aber ich kann seiner Leidenschaft eine un-schädliche Bahn geben. Zweitens?"

„Zweitens" . . . Rahel zögerte.

„Laß mich an deiner Stelle reden, Mädchen. Zwei-tens: Gebt dem Hauptmann Leo Kilchsperger Urlaubzu Werbung, Verlöbniß und Heirat."

— „Nein!" versetzte Rahel lebhaft.

— „Er ist ein perfecter Cavalier."

— „Einem perfecten Cavalier hängt manches umund an, worauf ich Verzicht leiste, Pathe."

— „Ein beschränkter Standpunkt."

— „Ich halte ihn fest, Pathe."

— „Meinetwegen. — Also ein anderes Zweites.Zweitens: Berggeist, verschaffe dem Candidaten Pfan-nenstiel die von ihm begehrte Feldkaplanei in venetia-nischen Diensten."

— „Nimmermehr!" rief die Wertmüllerin. „Was?der Unglückliche begehrt die Feldkaplanei unter Euernivenetianischen Gesinde!? Der zarte und gute Mensch?Darum ist er zu Euch gekommen?"

Der General bejahte. „Ich rede es ihm nicht aus."

— „Redet es ihm aus, Pathe. Grassirt nicht Pestund Fieber in Morea?"