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Novellen / von Conrad Ferdinand Meyer
Entstehung
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nahm trotz Mantel und Kragen am einen Ende der LaubeStellung. Auf dem linken Fuße ruhend, den rechtenVorgesetzt, zog er den Hahn und krümmte den Arm.

Eben verstummten die Glocken auf dem nahen Kirch-thurme und das Auszittern ihrer letzten Schläge ver-klang in dem Gesumme der Wespen, die sich geräuschvollum die noch nicht geschnittenen Goldtrauben der Laubetummelten. '

Der Pfarrer hörte nichts — er drückte und drücktemit dem Aufgebot aller Kraft.

„Pfui, Alter, was schneidest du für Grimassen?"spottete Wertmüller. „Gieb her!" Er entriß ihm dieWaffe und legte seinen eisernen Finger an den Drücker.Der Hahn schlug schmetternd nieder. „Du verlierstdeine Muskelkraft, Vetter! Dich entnervt die glieder-lösende Senectus! Ich will dir selbst den Mechanismusetwas geschmeidiger machen — du weißt, daß ich einruhmreicher Schlosser und ganz leidlicher Büchsenschmiedbin!" Der General ließ die schmucke kleine Waffe in dieTiefe seiner Tasche zurückgleiten.

„Nein, nein, nein!" rief der Pfarrer leidenschaft-lich. „Du hast es mir einmal geschenkt! Ich lasse esnicht mehr aus den Händen! . . ."