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vom Kriege halb verwüsteten Edelsitz bewohnte, mitihrem kurzen Besuche überrascht. In den widerstrebendenHänden des Pagen öffnete sie das Etui, enthob ihm densilbernen Fingerhut und steckte denselben dem Pagen anmit den holdseligen Worten: „Ich binde dir's aufsGewissen, Leubelfing, daß mein Herr und König stetspropre und vollständig einhergehe."
„Den Teufel scher' ich mich um Nähte und Knöpfe,Majestät," erwiederte Leubelfing unmuthig erröthend, abermit einer so drolligen Miene und einer so angenehmmarkigen Stimme, daß die Königin sich keineswegs be-leidigt fühlte, sondern mit einem herablassenden Gelächterden Pagen in die Wange kniff. Diesem tönte das Lachenhohl und albern, und der Reizbare empfand einenWiderwillen gegen die erlauchte Fürstin, von welchemdiese gutmüthige Frau keine Ahnung hatte.
Doch auch der König, welcher auf der Schwelle desGemaches den Auftritt belauscht hatte, brach jetzt in einherzliches Gelächter aus, da er seinen Pagen mit demRaufdegen an der linken Hüfte und einem Fingerhut ander rechten Hand erblickte. „Aber Gust," sagte er dann,„du schwörst ja wie ein Papist oder Heide! Ich werdean dir zu erziehen haben."