Buch 
Novellen / von Conrad Ferdinand Meyer
Entstehung
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„Aus einer Grcibschrift?"

„Aus einer Grcibschrift, die ich vor Jahren beiden Franciskanern in Padua gelesen habe. Der Stein,welcher sie trägt, lag in einem Winkel des Kloster-gartens, allerdings unter wildem Rosengesträuch ver-steckt, aber doch den Novizen zugänglich, wenn sie aufallen Vieren krochen und sich eine von Dornen zer-kritzte Wange nicht reuen ließen. Ich befahl dem Prior— will sagen, ich ersuchte ihn, den fraglichen Steinin die Bibliothek zu versetzen und unter die Hut einesGreises zu stellen."

„Was sagte denn der Stein?" ließ sich jetzt dieGemahlin des Fürsten nachlässig vernehmen.

„Die Inschrift," erwiderte Dante, „war lateinischund lautete: „Me jaeot wonnolius ^.stoiro eum nxors^ntioxo. sepslisdat ^x^olinus.""

„Was heißt denn das?" fragte die Andere neu-gierig.

Cangrande übersetzte fließend: „Hier schlummertder Mönch Astorre neben seiner Gattin Antiope. Beidebegrub Ezzelin."

„Der abscheuliche Tyrann!" rief die Empfindsame..Gewiß hat er die Beiden lebendig begraben lassen.