Buch 
Novellen / von Conrad Ferdinand Meyer
Entstehung
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27

Jetzt kreischte der Andere in rasender Wuth: „DuBöser, du Mörder meiner Kinder! Ich durchblickedich! Du willst mich beerben und mit meinem Geldedeine wahnsinnigen Feldzüge führen!" Da gewahrteer seine Schwiegertochter, welche vor dem zögerndenMönche durch das Gesinde und über die Schwelle ge-treten war. Trotz seiner Leibesschwachheit stürzte erihr mit wankenden Schritten entgegen, ergriff und rißihre Hände, als wollte er sie zur Verantwortung zie-hen für das über sie Beide gekommene Unheil. „Wohast du meinen Sohn, Diana?" keuchte er.

„Er liegt in der Brenta," antwortete sie traurigund ihre blauen Augen dunkelten.

„Wo meine drei Enkel?"

„In der Brenta," wiederholte sie.

„Und dich bringst du mir als Geschenk? Dich be-halte ich?" lachte der Alte mißtönig.

„Wollte der Allmächtige," sagte sie langsam, „michzögen die Wellen und die Andern stünden hier stattmeiner!"

Sie schwieg. Dann gerieth sie in einen jähenZorn. „Beleidigt dich mein Anblick und bin ich dirüberlästig, so halte dich an Diesen: er hat mich, da ich