Buch 
Novellen / von Conrad Ferdinand Meyer
Entstehung
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„Nein," erklärte der Mönch. „Seit langeher, wieder Stammbaum erzählt, wird in unserm Hause vonDreien oder Vieren der letzte geistlich, sei es damitwir Vicedomini einen Fürbitter besitzen oder um dasErbe und die Macht des Hauses zu wahren — gleich-viel, der Brauch ist alt und ehrwürdig. Ich kanntemein Loos, welches mir nicht zuwider war, von jungan. Mir wurde kein Zwang auferlegt."

„Und das dritte?" holte Ezzelin nach — er meintedas dritte Gelübde. Astorre verstand ihn.

Mit einem neuen, aber dieses Mal schwachen Er-röthen erwiderte er: „Es ist mir nicht leicht geworden,doch ich vermochte es wie andere Mönche, wenn siegut berathen sind, und das war ich. Von dem heili-gen Antonius," fügte er ehrfürchtig hinzu.

Dieser verdienstliche Heilige, wie ihr wisset, Herr-schaften, hat einige Jahre bei den Franciskanern inPadua gelebt," erläuterte Dante.

„Wie sollten wir nicht?" scherzte einer unter denZuhörern. „Haben wir doch die Reliquie verehrt, diein dem dortigen Klosterteiche herumschwimmt: ich meineden Hecht, welcher weiland der Predigt des Heiligen bei-

C. F. Meyer, Novellen. H. Z