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Novellen / von Conrad Ferdinand Meyer
Entstehung
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beschuldigte der Papst den Kaiser, den Gatten seinerTochter zu lieben, „Ezzelino da Romano, den größtenVerbrecher der bewohnten Erde".

„Korrekt!" lobte Ezzelin und gab Ascanio dasSchreiben zurück. „Lies mir die Gottlosigkeiten desKaisers, Neffe," lächelte er.

Ascanio las, Friedrich habe geäußert, es gebeneben vielem Wahn nur zwei wahre Götter: Naturund Vernunft. Der Tyrann zuckte die Achseln.

Ascanio las ferner, Friedrich habe geredet: dreiGaukler, Moses, Mohammed und — er stockte —hätten die Welt betrogen. „Oberflächlich," tadelteEzzelin, „sie hatten ihre Sterne; aber, gesagt odernicht, der Spruch gräbt sich ein und wiegt für denunter der Tiara ein Heer und eine Flotte. Weiter."

Nun kam eine wunderliche Mär an die Reihe:Friedrich hätte, durch ein wogendes Kornfeld reitend,mit feinem Gefolge gescherzt und in lästerlicher An-spielung auf die heilige Speise den Dreireim zumbesten gegeben:

So viele Aehren, so viele Götter sind,

Sie schießen empor in der Sonne geschwindUnd wiegen die goldenen Häupter im Wind —