Buch 
Novellen / von Conrad Ferdinand Meyer
Entstehung
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Endlich stand der Mönch, von Menschen eingeengt,vor der Bnde. Der bestürmte Händler, der sich ver-zehnfachte, streifte ihn mit einem erfahrenen Seitenblickund errieth sofort den Neuling. „Womit diene ichdem gebildeten Geschmacke der Herrlichkeit?" fragte er.„Gieb mir einen einfachen Goldreif," antwortete derMönch. Der Kaufmann ergriff einen Becher, aufwelchem, nach florentinischer Kunst und Art, in erhabe-ner Arbeit irgend etwas Ueppiges zu sehen war. Erschüttelte den Kelch, in dessen Bauche hundert Reifewimmelten, und bot ihn Astorre.

Dieser gerieth in eine Peinliche Verlegenheit. Erkannte den Umfang des Fingers nicht, welchen er miteinem Reife bekleiden sollte, und deren mehrere her-aushebend, zauderte er sichtlich zwischen einem weitemund einem engem. Der Florentiner konnte den Spottnicht lassen, wie denn ein versteckter Hohn aus allerRede am Arno hervorkichert. „Kennt der Herr dieGestalt des Fingers nicht, welchen er doch wohl zu-weilen gedrückt hat?" fragte er mit einem unschuldigenGesichte, aber als ein kluger Mann verbesserte er sichalsobald und in der heimischen Meinung, der Verdachtder Unwissenheit sei beleidigend, derjenige der Sünde

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