Buch 
Novellen / von Conrad Ferdinand Meyer
Entstehung
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jener farbigen Seifenblasen, deren der Lustige mehrals eine täglich von den Lippen in die Luft jagte.

Fraget ihr mich, Herrschaften, warum der Mönchden Freund beurlaubte, so sage ich: er wollte denhimmlischen Ton, welchen die junge Märtyrerin derKindesliebe in seinem Gemüthe geweckt hatte, rein aus-klingen lassen.

Astorre hatte die Brücke erreicht, welche trotz desSonnenbrandes randvoll war und von den nahen zweiUfern ein doppeltes Menschengedränge vor den Ladendes Florentiners führte. Der Mönch blieb unter sei-nem Mantel unerkannt, ob auch hin und wieder einAuge fragend auf dem unbedeckten Theile seines Ge-sichtes ruhte. Adel und Bürgerschaft suchte sich denVortritt abzugewinnen. Vornehme Weiber stiegen ausihren Sänften und ließen sich drängen und drücken,um ein Paar Armringe oder ein Stirnband von neue-ster Mache zu erhandeln. Der Florentiner hatte aufallen Plätzen mit der Schelle verkündigen lassen, erschließe heute nach dem Ave Maria. Er dachte nichtdaran. Doch was kostet einen Florentiner die Lüge!