Buch 
Novellen / von Conrad Ferdinand Meyer
Entstehung
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so

heute" — er verschluckte schmerzhaft „in zehn Tagen"— „wann es Vesper läutet."

Dante hielt inne. Seine Fabel lag in ausgeschüt-teter Fülle vor ihm; aber sein strenger Geist wählteund vereinfachte. Da rief ihn Cangrande.

„Mein Dante," hub er an, „ich wundere mich,mit wie harten und ätzend scharfen Zügen du deinenFlorentiner umrissen hast! Dein Niccold Lippo deiLippi ist verbannt durch ein feiles und ungerechtesUrtheil. Er selbst aber ist ein Uebertheurer, einSchmeichler, ein Lügner, ein Spötter, ein Schlüpfrigerund eine Memme, alles „nach Art der Florentiner".Und das ist nur ein winziges Flämmchen aus demFeuerregen von Verwünschungen, womit du dein Flo-renz überschüttest, nur eine tröpfelnde Neige jenerbittern von Essig und Galle triefenden Terzinen, diedu in deiner Komödie der Vaterstadt zu kosten giebst.Lasse dir sagen, es ist unedel, seine Wiege zu schmä-hen, seine Mutter zu beschämen! Es kleidet nichtgut! Glaube mir, es macht einen schlechten Eindruck!

Mein Dante, ich will dir erzählen von einemPuppenspiele, dem ich jüngst, verkappt unter dem Volke