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Novellen / von Conrad Ferdinand Meyer
Entstehung
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nicht länger streitig machten. Auch der Mönch wurdedes allgemeinen Friedens theilhaft.

Da traf sein Blick das Gesicht des Freundes undruhte auf den wetterharten Zügen. Sie waren hellund freudig, von erfüllter Pflicht ohne Zweifel, aberdoch auch von dem unbewußten oder unbewachten Glück,unter dem von Ehre geschwellten Segel einer ritter-lichen Handlung den Port einer seligen Insel zu er-reichen. „Die süße Unschuld!" seufzte der Krieger.

Rasend schnell begriff der Mönch, daß der BruderDianens sich selbst täuschte, wenn er sich für uneigen-nützig hielt, daß Germano Antiope zu lieben begannund sein Nebenbuhler war. Seine Brust empfandeinen scharfen Biß, dann einen zweiten noch schärfern,daß er hätte aufschreien mögen. Und jetzt wühlte undwimmelte schon ein ganzes Nest grimmiger Schlangenin seinem Busen. Herrschaften, Gott möge uns Alle,Männer und Weiber, vor der Eifersucht behüten! Sieist die qualvollste der Peinen, und wer sie leidet, istunseliger als meine Verdammten!

Mit verzogenem Gesichte und gepreßtem Herzenfolgte der Mönch dem selbstbewußten Freier die Trep-pen des erreichten Palastes hinauf. Dieser stand leer